Clémence Ruben
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Ich bin eine TransFrau
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Clémence

Meine Kunst, mein Beweis
Juli 26


Seit meiner Jugend zeichne ich wissend Vaginas, Brüste, Schamhaare. Es ist ein innerer Drang. Es ist umgesetzt, nicht naturalistisch abgebildet, abstrahiert. Eine Vagina ist ein Oval. Brüste sind Kreise. Ich sehe die Bilder mit dem inneren Auge. Wieso ich das mache, weiss ich erst viel später. Immer wenn ich Kunst mache, bin ich sehr zufrieden.

An meiner ersten Ausstellung war ich erstaunt. Ich hatte noch nie das Geschlecht in meinen Bildern so stark wahrgenommen. Es ist überall.

Als ich ein paar Jahre keine Kunst mehr mache, ist die Lösung für die Frau im Unterbewussten, sich endlich ins Bewusstsein zu bringen. Der Kanal über die Kunst ist ja geschlossen. Sie musste ins Bewusstsein raus. Das war im Januar 2021. Es ist ein plötzliches Erlebnis. Von dem Moment an weiss ich, dass ich eine Frau bin.

So habe ich endlich auch den Drang, und meine Kunst verstanden. Mein inneres Sein als Frau hat sich schon immer durch meine Kunst manifestiert. Meine Kunst ist ein Beweis, dass ich eine Frau bin. Sie ist authentisch Sie ist mich, ich bin Sie.

Jetzt kann ich meinen Gästen anhand meiner Kunst zeigen, dass ich eine Frau bin und schon immer eine Frau war. Und auch so meine Kunst und mein Sein als Frau erklären.

Ich liebe meine Kunst. Ich liebe mich. Ich liebe mich als Frau!

Meine Technik

Ich mache immer zuerst eine Radierung. Eine Zeichnung, welche in eine Kupferplatte geätzt wird und dann in limitierter Auflage gedruckt wird. Diese ist fast immer schwarzweiss. Die Radierungen kann man kaufen. Für die grossen farbigen Bilder zeichne ich die Radierung mit Feder und schwarzer Acrylfarbe vergrössert nach. Auf aufgezogenes, leicht grundiertes Papier, damit die Farbe nicht zu sehr einzieht und schön leuchtet. Dann male ich mit Acrylfarbe aus besten Pigmenten, wie ein Aquarell, sehr nass, die Farbe hinein.

Meine Farbenwelt

Farblich gibt es bei mir Gelb, Orange, Rot, Pink, Violett, Blau, Cyan oder Brauntöne. Grün reizt mich nicht, höchstens Türkis. Es ist für mich in der Natur ringsum. Meine Farbwahl basiert auf Intuition und Gefühl und manchmal einfach auf Spontanität. Ich liebe starke Farben, so ziehe ich mich auch an.


Mein Thema

Vaginas, Brüste. Schamhaare, wenn ich dunkle Bereiche brauche. Ovale sind Öffnungen, Vaginas. Kreise sind Brüste, Anus, Bauch und Bauchnabel. Eierstöcke haben oft Schneckenformen. Bögen sind meistens Beine. Es gibt Andeutungen vom Penis, von der Eichel und von Hoden.

Manchmal gibt es einfache Dinge, zum Beispiel ein Schloss, in das ich dann meine geschlechtlichen Formen einbringe. Es kann ein Motor sein, mit seinen Ventilen und Zylindern, wie Blumen. Blumen liebe ich sehr, sie sind sinnlich, sie sind wie Geschlechtsorgane und kommen oft vor. Auch Samenkapseln oder Blätter, wenn sie sich entfalten. Und mache da und dort noch ein Oval oder einen Kreis, weil es irgendwie sein muss.

Es hat immer waagerechte und senkrechte Linien. Das sind für mich auch die energetischen Richtungen des Menschen. Die Erde und der Himmel. Die Offenheit rundherum. Wenn es zwischen zwei Formen eine Verbindung braucht, für Energien, die ausgetauscht werden. Wie Nerven und Adern.

Natürlich schaue ich meine Kunst auch mit dem Auge der visuellen Gestalterin, der Grafikerin an. Meinem Beruf. Und ergänze das eine oder andere, aber ich halte immer Rücksprache mit meinem Inneren. Nur vom Kopf her, vom Denken, mache ich nichts.

Gleichzeitig mache ich einen Rahmen mit Blattgold. Der Rahmen gehört mit zum Bild, er isoliert von der Umgebung. Manchmal finde ich die Farbe nicht. Wenn ich den Rahmen ans Bild halte, weiss ich sie.

Meine Kunst ist TransArt, oder?